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Aufgabenstellung der Evangelischen Jugendhilfe Obernjesa:
Hilfen für junge Menschen und deren Familien in schwierigen Lebenslagen
1945 begann das Pfarrerehepaar Margarete und Hermann Grüneklee damit, Kinder aus dem Auffanglager Friedland in seine Familie aufzunehmen, die infolge der Kriegswirren ihre Eltern verloren hatten. Für die EJO sind sie Vorbild mit ihrem Einsatz für junge Menschen in Notlagen. Der familiäre Rahmen reichte rasch nicht mehr aus, so dass 1952 der Verein „Evang. Kinderheim Obernjesa e.V.“ gegründet wurde. Die Entwicklung der EJO von einem Heim mit ca. 50 Plätzen an einem Ort hin zu einer dezentralisierten, aus Wohngruppen, Erziehungsstellen, Familienwohngruppen, Tagesgruppen und vielfältigen flexiblen ambulanten Angeboten bestehenden Einrichtung mit über 240 betreuten Kindern, Jugendlichen und deren Familien und etwa 180 Mitarbeitern, nahm hier ihren Anfang. Auch eine Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung befindet sich in Trägerschaft der EJO.
Nach kontinuierlichem Ausbau seit Mitte der 70er Jahre gründete 1998 der e.V., der 1997 seinen Namen von „Kinderheim“ in „Jugendhilfe“ änderte, die EJO-Borna gGmbH. Damit verbunden war die Übergabe der Trägerschaft verschiedener Jugendhilfeeinrichtungen des Landkreises Torgau-Oschatz an die gGmbH.
Die EJO ist den Rahmenverträgen nach § 78 f SGB VIII (KJHG) in Niedersachsen und Sachsen beigetreten. Dementsprechend liegen Leistungsbeschreibungen sowie die Vereinbarungen über Leistungsumfang und Qualitätsentwicklung der verschiedenen Teileinrichtungen vor, die für die Einrichtungen in Niedersachsen mit dem Landkreis Göttingen und in Sachsen mit dem Landratsamt Torgau-Oschatz abgeschlossen werden.
Das pädagogisch-therapeutische Konzept der EJO ist offen und integriert verschiedene Ansätze sozialer Arbeit. Leitung und Mitarbeiter/innen sind neuen Ideen und Erfahrungen gegenüber aufgeschlossen und befinden sich in einem ständigen Lern- und Austauschprozess.
Je nach persönlicher Lebenslage des jungen Menschen werden die Betreuungsformen und -inhalte entsprechend gestaltet. Orientierung für die alltägliche Praxis gibt uns ein Leitgedanke der lösungsorientierten Pädagogik, an dem sich die Arbeit der EJO ausrichtet:
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„Wir gehen davon aus, dass unsere Kinder und Jugendlichen ihrem Leben einen positiven Sinn geben wollen und dass die nötigen Ressourcen dafür vorhanden sind. Da sie in ihrem bisherigen Leben viel Misserfolg und Frustration erlebt haben, ist es für sie und für uns nicht immer leicht, diese Ressourcen zu erkennen. Die Aufgabe der Pädagogen besteht darin, mit den Klienten (Kinder, Jugendliche, Familien) Situationen zu gestalten, in denen sie sich als kompetent und erfolgreich erleben, was ihnen Schritt für Schritt eine positivere Sicht von sich selbst und ihrer Zukunft ermöglicht.“
(Marianne und Kaspar Baeschlin)
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Aufbauend auf diese respektvolle und von Wertschätzung getragene Grundannahme sind wir der festen Überzeugung, dass nur die Kinder/Jugendlichen/Familien selbst wissen können, welche Lösungen zu ihrem persönlichen Lebensweg passen und „wohin ihr Weg gehen soll“.
Deshalb interessieren uns die Ziele der jungen Menschen und ihrer Familien. Wir unterstützen sie darin, Ideen zu entwickeln, wie sie in kleinen Schritten diese Ziele in ihrem Leben umsetzen werden.
Für alle Projekte und Teilbereiche der Jugendhilfe Obernjesa gilt :
• Die Teileinrichtungen unterliegen dem Erlaubnisvorbehalt gem. § 45 KJHG.
• Sie bieten jungen Menschen mit erheblichen familiären Belastungen, Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensproblemen
• einen den Erfordernissen entsprechenden Lebens- und Betreuungsrahmen an, der dieser Aufgabenstellung gemäß gestaltet ist
• und in den die jeweilige Familie mit einbezogen wird.
• Mitarbeiter und Leitung der EJO sorgen in enger Kooperation mit den öffentlichen Jugendhilfeträgern für ausreichende, den
• jeweiligen Problemlagen entsprechende individuelle Förderung.
• Alle Einrichtungen bieten sich für Aufträge im Rahmen der psychiatrischen Nachsorge an.
Weitere Leistungsangebote sind:
• Familienberatung durch die Leitung
• Arbeits- und Berufspraktika, sozialpäd. Begleitung bei der Berufsausbildung
• psychiatrische Versorgung durch niedergelassene Fachärztinnen und -ärzte
• individuelle Hilfeplanung und Situationsberichte zur Vorbereitung des Hilfeplanes und zur Reflexion der verlaufenen Entwicklung
• (d.h. zur Vorbereitung der Hilfeplanung dient ein zuvor von der pädagogischen Leitung und dem jeweiligen Bezugserzieher
• erstellter Situationsbericht zur Betreuungs- und Entwicklungssituation des jungen Menschen)
• Fallberatung der Mitarbeiter durch die Pädagogisch-Therapeutische Leitung
• Teilnahme der Mitarbeiter an Fortbildungen, wobei ein besonderes Gewicht auf bedarfsorientierte, interne Fortbildungsangebote
• gelegt wird
Aufnahmeverfahren (individuell erforderliche Abweichungen sind möglich):
1. Voranfragen telefonisch an die Leitung oder über ejo@jugendhilfe-obernjesa.de.
2. In dringenden Fällen sofortiger persönlicher Kontakt ("Info-Termin"), sonst zunächst Übersendung des Hilfeplans und anderer
2. wichtiger Informationen über die Lebenslage des Kindes und seiner Familie.
3. Ergibt sich aus allen übermittelten Informationen der Eindruck, dass die Aufnahme möglich erscheint, erfolgt ein Vorstellungs-
3. gespräch, i.d.R. unter Beteiligung der Sorgeberechtigten und des Jugendamtes.
4. Falls gewünscht, gibt es in einigen Projekten die Möglichkeit zum Probewohnen.
5. Notaufnahmen sind unter bestimmten Voraussetzung möglich.
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